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Wissenschaftliche Projektbeschreibung

In Together for tolerance – miteinander füreinander, einem Teilprojekt des INCLUSIVITY-Projekts

Shani et al., 2023; van Zalk et al., 2023 steht die Schule als wichtiger Ort der Identitätsentwicklung und der politischen Sozialisierung von Kindern und Jugendlichen im Kontext zunehmender Diversität im Fokus.

Zunehmende polarisierende Tendenzen sind derzeit in vielen europäischen Ländern zu beobachten. Unterschiede von Einstellungen verschiedener sozialer Gruppen oder Einzelpersonen zu gesellschaftspolitischen Fragestellungen verstärken sich Boxell, Gentzkow & Shapiro, 2020. Dies geht mit ernsthaften gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen einher, wie dem Aufstieg populistischer Parteien und der Zunahme von Hassreden und -verbrechen European Commission against Racism and Intolerance, 2020.

Die Folgen der Polarisierung werden auch in europäischen Schulen immer deutlicher, wobei Schulen eine entscheidende Rolle bei der Beeinflussung negativer sozialer Trends in unserer Gesellschaft spielen. Mit ihrem großen Potenzial bieten sie ideale Rahmenbedingungen, um gezielte Interventionen für prosoziale Verhaltensweisen einzusetzen. Interventionen und präventive Bildungsangebote können demokratiefördernde Werte stärken und extremistischen Narrativen entgegenwirken (Schultz et al., 2018).

Besonders effektiv für die nachhaltige Verminderung von Vorurteilen sind Interventionen, die gezielt die sozialen Normen an Schulen adressieren. Soziale Normen sind gemeinsame Richtlinien für Verhaltensweisen, Einstellungen und Überzeugungen in einer bestimmten Gesellschaft oder Gruppe und sind ein mächtiges Instrument zur Gestaltung oder Beeinflussung von Verhaltensweisen, vor allem in der Adoleszenz Sherif & Sherif, 1964. Individuen neigen dazu, sich an soziale Normen zu halten, da diese eine Orientierungshilfe bieten und um soziale Ausgrenzung zu vermeiden oder um anderen Strafen zu entgehen Hechter und Opp, 2001; Cialdini und Goldstein, 2004.

Wenn Schüler*innen wahrnehmen, dass die deskriptiven Normen („Wie verhalten sich die anderen?“) oder die präskriptiven Normen („Wie sollte man sich verhalten?“) verändert werden, kann sich auch das Verhalten untereinander und im Schnitt über die gesamte Schule hinweg verändern.

Die Förderung der Normen, die zum sozialen Zusammenhalt führen (z.B. Inclusivity Normen des gleichheitsbasierenden Respekts, Perspektivwechsels, wertschätzenden Dialogs, und der Zusammengehörigkeit), sollte zu Verhaltensänderungen in Kindern und Jugendlichen und zu einer gemeinsamen positiven Entwicklung bezüglich prosozialen Verhaltens und anti-polarisierenden Tendenzen führen.